Würzburg als Cannabis-Modellregion

Die Kriminalisierung von Cannabis-Konsument:innen konnte nicht dazu beitragen, die Anzahl der Nutzer:innen zu reduzieren. Vielmehr wurde der Schwarzmarkt angekurbelt, die Qualität des verkauften Cannabis kann nicht kontrolliert werden, wodurch Verunreinigungen oder gefährliche Zusatzstoffe keine Seltenheit sind. Trotz Kriminalisierung konsumieren Millionen Deutsche regelmäßig Cannabis – Jugend- und Gesundheitsschutz? Fehlanzeige. Aus diesen Gründen hat die Bundesregierung im April 2023 Eckpunkte für eine Entkriminalisierung von Cannabis vorgestellt. Laut Eckpunktepapier soll zunächst der private Eigenanbau ermöglicht und in einem zweiten Schritt die Abgabe in Fachgeschäften umgesetzt werden. In regional begrenzten Modellvorhaben soll dadurch wissenschaftlich genauer untersucht werden, welche Auswirkung der legale Vertrieb auf Gesundheits- und Jugendschutz hat. Bislang haben bereits mehrere größere Städte ihr Interesse bekundet, als solche Modellregion zur Verfügung zu stehen.

Dies beantragen wir nun auch für Würzburg, da unsere Stadt aufgrund ihrer demographischen Zusammensetzung und der räumlich überschaubaren Stadtstruktur die Chance bietet, wertvolle Erfahrungswerte zu sammeln. Um Aspekte des Jugendschutzes in diesem Modellprojekt von Beginn an zu implementieren, soll ein zusätzlicher Projektbeirat die Umsetzung begleiten.


Update:
In der Stadtratssitzung am 13. Juli 2023 wurde der Antrag leider mit 25:24 Stimmen abgelehnt. Dafür waren: Grüne, SPD, Linke, FDP. Dagegen waren: CSU, Freie Wähler, ÖDP, Zukunft für Würzburg, Bürgerforum, AfD.


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